SMPTE
SMPTE steht für Society of Motion Picture and Television Engineers, eine internationale Organisation, die technische Standards für Film, Fernsehen und professionelle Medientechnik entwickelt. Im Digital Cinema bezeichnet „SMPTE“ meist den standardisierten Aufbau eines Digital Cinema Package (SMPTE-DCP) und grenzt diesen insbesondere vom älteren Interop-DCP-Format ab. Heute werden die meisten DCPs im SMPTE-Format ausgeliefert.
Ein SMPTE-DCP ist kein einzelnes Dateiformat und „SMPTE“ ist auch kein Codec. Vielmehr handelt es sich um eine Familie von Standards, die festlegt, wie digitale Kinoinhalte aufgebaut, beschrieben, verpackt, verschlüsselt, übertragen und auf Digital-Cinema-Systemen wiedergegeben werden. Ein DCP besteht dabei aus mehreren zusammengehörigen Dateien, beispielsweise Bild- und Ton-Trackfiles, Untertitel- bzw. Timed-Text-Dateien sowie XML-Metadaten wie der Composition Playlist (CPL) und der Packing List (PKL). Nach SMPTE ST 429-2 besteht ein DCP formal aus einer Packing List und den von dieser Packing List referenzierten Dateien.
Für das eigentliche Packaging ist vor allem die SMPTE-ST-429-Familie relevant. Sie definiert unter anderem die DCP-Struktur, Bild- und Ton-Trackfiles, JPEG-2000-Bilddaten, Timed Text, Verschlüsselung und weitere Bestandteile. Darüber hinaus umfasst die Digital-Cinema-Normenfamilie weitere Bereiche: SMPTE 428 behandelt den Digital Cinema Distribution Master (DCDM), 429 das Packaging, 430 betriebliche und sicherheitsrelevante Abläufe wie KDMs, 431 Qualitätsparameter, 432 Signalverarbeitung und 433 gemeinsame XML-Datentypen.
In der Praxis wird die Bezeichnung SMPTE häufig im DCP-Namen verwendet, zum Beispiel:
Film_FTR-2D_F_DE-XX_DE_51_2K_20260914_SMPTE_OV
Das abschließende SMPTE weist hier darauf hin, dass das DCP nach dem SMPTE-Digital-Cinema-Standard aufgebaut ist. Bei einem älteren Interop-DCP findet man entsprechend häufig IOP. Diese Kennzeichnung ist Teil der in der Branche verwendeten DCP-Naming-Konventionen und hilft insbesondere bei der Einschätzung der Server- und Wiedergabekompatibilität.
SMPTE-DCPs haben den älteren Interop-Ansatz weitgehend abgelöst. Interop entstand ursprünglich als praxisbasierte, herstellerübergreifende Spezifikation, bevor die formalen SMPTE-Normen vollständig verfügbar waren. SMPTE standardisierte diese Strukturen anschließend wesentlich genauer und erweiterte sie unter anderem für moderne Untertitel- und Metadatenstrukturen, höhere Bildraten, 3D und immersive Audioformate.
Kurzdefinition:
SMPTE bezeichnet im Digital Cinema den international standardisierten technischen Rahmen für Aufbau, Verpackung, Metadaten, Sicherheit und Wiedergabe von digitalen Kinoinhalten. Ein „SMPTE-DCP“ ist ein DCP, dessen Struktur und Bestandteile den entsprechenden SMPTE-D-Cinema-Standards entsprechen.