Interop

Interop bezeichnet im Digital Cinema das ältere, vor der vollständigen Einführung der SMPTE-DCP-Standards verwendete DCP-Verpackungsformat. Der Begriff steht für Interoperability und beschreibt einen in der Branche entstandenen De-facto-Standard, der sicherstellen sollte, dass Digital Cinema Packages auf Servern und Projektionssystemen verschiedener Hersteller möglichst zuverlässig ausgetauscht und wiedergegeben werden konnten. Interop wurde in einer Übergangsphase entwickelt, als die formalen SMPTE-Normen für Digital Cinema noch nicht vollständig fertiggestellt und veröffentlicht waren. Die Branche benötigte jedoch bereits ein funktionierendes gemeinsames Format für die Distribution von DCPs. Daraus entstand das sogenannte Interop DCP oder IOP DCP. Die ISDCF bezeichnet Interop heute ausdrücklich als Legacy Format; die Branche ist inzwischen weitgehend auf SMPTE-DCP umgestiegen. Ein Interop-DCP ist – ebenso wie ein SMPTE-DCP – kein einzelner Filmcontainer und Interop ist kein Codec. Ein DCP besteht auch hier aus mehreren zusammengehörigen Dateien, darunter Bild- und Ton-Trackfiles, eine Composition Playlist (CPL), eine Packing List (PKL) sowie gegebenenfalls Untertitel und weitere Assets. Die wesentliche Unterscheidung liegt darin, nach welchen technischen Spezifikationen diese Dateien strukturiert und beschrieben werden. Die Bilddaten eines klassischen Interop-DCPs werden üblicherweise als JPEG 2000 in MXF-Trackfiles gespeichert. Auch die Audiowiedergabe basiert auf separaten MXF-Trackfiles. Die grundlegende DCP-Idee – getrennte Bild-, Ton- und gegebenenfalls Untertitel-Assets, die über Playlists und Metadaten miteinander verbunden werden – entspricht also grundsätzlich dem heutigen Digital-Cinema-Workflow. Die technischen Details unterscheiden sich jedoch an mehreren Stellen von einem SMPTE-DCP. In der Praxis erkennt man ein Interop-DCP häufig an der Kennzeichnung IOP im standardisierten DCP-Namen, beispielsweise: Film_FTR-2D_F_DE-XX_DE_51_2K_20260914_IOP_OV Das IOP am Ende des Content Titles weist darauf hin, dass es sich um ein Interop-DCP handelt. Bei einem nach den neueren SMPTE-Standards erzeugten DCP steht an dieser Position üblicherweise SMPTE. Die ISDCF empfiehlt diese Kennzeichnung ausdrücklich, damit bereits anhand des Content Titles erkennbar ist, nach welchem Packaging-Standard das DCP erstellt wurde. Ein wesentlicher Unterschied zwischen Interop und SMPTE betrifft die Standardisierung und den Funktionsumfang. Interop entstand aus einer praktischen Branchenvereinbarung und war nie in demselben Umfang formal standardisiert wie das spätere SMPTE-DCP. SMPTE-DCPs bieten unter anderem eine präzisere Definition von Metadaten sowie Unterstützung für zusätzliche Funktionen wie höhere Bildraten, immersive Audioformate und erweiterte Untertitelmöglichkeiten. Besonders relevant ist der Unterschied bei Untertiteln. Interop und SMPTE verwenden unterschiedliche technische Strukturen für Untertitel bzw. Timed Text. Deshalb kann ein System einen Film grundsätzlich abspielen, aber bei Untertiteln trotzdem Probleme zeigen. Die ISDCF weist ausdrücklich darauf hin, dass der Unterschied zwischen Interop und SMPTE vor allem die Server betrifft, wobei die Untertitelwiedergabe auch den Projektor betreffen kann. Auch bei Mehrkanal-Audio bestehen Unterschiede. Für Interop-DCPs gab es beispielsweise keine vollständig standardisierte Methode für bestimmte erweiterte Mehrkanal-Konfigurationen. Spätere ISDCF-Empfehlungen versuchten deshalb, eine einheitliche Vorgehensweise zu etablieren, die mit den entsprechenden SMPTE-Strukturen kompatibel war. Interop-DCPs sind dennoch bis heute relevant. Viele ältere Filme, Repertoiretitel, Festivalfassungen oder Archiv-DCPs liegen weiterhin ausschließlich als Interop-Version vor. Digital-Cinema-Server müssen deshalb in der Praxis häufig sowohl Interop- als auch SMPTE-DCPs wiedergeben können. Die ISDCF bezeichnet Interop zwar als Legacy-Format, hielt aber bereits während der Umstellung fest, dass Wiedergabesysteme Interop weiterhin unterstützen müssen. Für den täglichen Kinobetrieb bedeutet IOP daher nicht automatisch „schlecht“ oder „fehlerhaft“. Ein korrekt erstelltes Interop-DCP kann problemlos und zuverlässig wiedergegeben werden. Es handelt sich lediglich um einen älteren technischen Packaging-Standard mit weniger klar standardisierten bzw. eingeschränkteren Möglichkeiten als das heutige SMPTE-DCP. Kurzdefinition: Interop beziehungsweise IOP bezeichnet den älteren De-facto-Standard für Digital Cinema Packages, der vor der vollständigen Einführung der SMPTE-DCP-Normen verwendet wurde. Ein Interop-DCP folgt der früheren branchenweiten Packaging-Spezifikation und ist vor allem bei älteren, archivierten oder noch bestehenden DCP-Versionen weiterhin anzutreffen.

Vorheriger Begriff
HDD
Hard Disk Drive
Nächster Begriff
KDM
Key Delivery Message