Clipster
Einleitung
CLIPSTER ist ein professionelles Mastering- und Finishing-System, das für hochwertige Postproduktionsumgebungen entwickelt wurde. Es ermöglicht die Erstellung von Digital Cinema Packages (DCP), Interoperable Master Format (IMF)-Paketen, Broadcast-Mastern sowie weiterer professioneller Ausspielformate. Ursprünglich von DVS entwickelt und später von Rohde & Schwarz weitergeführt, wird CLIPSTER heute von CineCert betreut. Durch die Kombination jahrzehntelanger Erfahrung im Bereich Digital Cinema mit modernen Mastering-Workflows zählt CLIPSTER zu den führenden Lösungen für die Kinomastering-Branche.
Zweck
CLIPSTER bildet die letzte Stufe der Postproduktionspipeline und wandelt fertig bearbeitete Bild- und Tonmaster in auslieferungsfähige Formate für Kino, Fernsehen, Streaming und Archivierung um. Im Gegensatz zu reinen DCP-Erstellungsprogrammen ist CLIPSTER eine vollständige Mastering-Plattform. Sie ermöglicht es Mastering Engineers, Editoren und Digital Imaging Technicians (DITs), Medien zusammenzuführen, zu bearbeiten, zu validieren und entsprechend internationaler Standards auszuliefern. Dank des timelinebasierten Workflows können Medien unterschiedlicher Kameras, Codecs, Auflösungen und Farbräume innerhalb eines Projekts verarbeitet werden, ohne sie zuvor aufwendig transkodieren zu müssen.
Hauptfunktionen
Auflösungsunabhängiger Workflow
Eine der wichtigsten Eigenschaften von CLIPSTER ist die auflösungsunabhängige Verarbeitung. Material in SD, HD, UHD, 2K, 4K oder höheren Auflösungen kann gleichzeitig innerhalb derselben Timeline verwendet werden. Das System verarbeitet sämtliche Medien in einer hochpräzisen internen Pipeline, wodurch unterschiedliche Auflösungen kombiniert werden können, ohne die Bildqualität zu beeinträchtigen.
Umfangreiche Codec-Unterstützung
CLIPSTER unterstützt sowohl komprimierte als auch unkomprimierte Medienformate nativ. Dazu gehören unter anderem Bildsequenzen, Kameraformate, Mezzanine-Codecs sowie Broadcast-Formate. Da die Dateien ohne vorherige Transkodierung importiert werden können, verkürzt sich die Vorbereitungszeit erheblich und die ursprüngliche Bildqualität bleibt erhalten.
Professionelles Farbmanagement
Ein zentrales Merkmal von CLIPSTER ist die hochpräzise Farbverarbeitung. Das System kann Medien mit unterschiedlichen Farbräumen gleichzeitig verarbeiten und diese während des Masterings in den gewünschten Zielfarbraum konvertieren. Dadurch eignet sich CLIPSTER sowohl für klassische SDR-Produktionen als auch für moderne HDR-Workflows. Für die Erstellung von Digital Cinema Packages erfolgt die Umwandlung in den standardisierten DCI-XYZ-Farbraum, der für die Projektion in digitalen Kinos vorgeschrieben ist.
Timelinebasiertes Mastering
Im Gegensatz zu klassischen Encoding-Programmen arbeitet CLIPSTER mit einer vollständigen nichtlinearen Timeline. Bild, Ton, Untertitel und Metadaten werden innerhalb eines Projekts zusammengeführt und bearbeitet. Zusätzlich stehen Werkzeuge zum Conforming bereit, mit denen Schnittfassungen aus anderen Editiersystemen übernommen und synchronisiert werden können. Dadurch lässt sich der gesamte Mastering-Prozess innerhalb einer einzigen Software durchführen.
DCP-Mastering mit CLIPSTER
Die Erstellung eines Digital Cinema Packages erfolgt in mehreren aufeinanderfolgenden Schritten. Zunächst werden das finale Bildmaster sowie die Audiomischung importiert. Anschließend werden Bild und Ton auf der Timeline synchronisiert und – falls erforderlich – in mehrere Filmrollen (Reels) unterteilt. Nach Abschluss der Vorbereitung definiert der Mastering Engineer sämtliche Ausgabeeinstellungen, darunter Dateinamen, Speicherorte und Metadaten. Während des Mastering-Prozesses übernimmt CLIPSTER automatisch folgende Aufgaben:
- JPEG-2000-Kodierung der Bilddaten
- Umwandlung in MXF-Dateien
- Erstellung der XML-Metadaten
- Generierung der Composition Playlist (CPL)
- Erstellung der Packing List (PKL)
- Erstellung der AssetMap
- Erstellung des Volume Index
- Zusammenführung aller Komponenten zu einem vollständigen Digital Cinema Package Falls eine Verschlüsselung erforderlich ist, kann das DCP verschlüsselt und anschließend ein Key Delivery Message (KDM) für autorisierte Kinoprojektionssysteme erzeugt werden. Nach erfolgreicher Validierung steht das fertige DCP für die Auslieferung an Kinos zur Verfügung.
Unterstützte Ausgabeformate
Obwohl CLIPSTER vor allem für das DCP-Mastering bekannt ist, unterstützt die Software zahlreiche professionelle Ausgabeformate. Dazu gehören unter anderem:
- Digital Cinema Package (DCP)
- Interoperable Master Format (IMF)
- AS-02
- AS-11
- Broadcast-Master
- Dateibasierte Auslieferungsformate
- Bandbasierte Master für Legacy-Workflows Die Ausgabeparameter können individuell an die Anforderungen von Filmstudios, Fernsehsendern oder Streaming-Plattformen angepasst werden.