Laufplan

Ein Laufplan ist im Kino- und Festivalbetrieb ein operatives Arbeitsdokument für die Vorführer:innen bzw. das technische Personal, das alle Informationen zusammenfasst, die für die korrekte Vorbereitung und Durchführung einer oder mehrerer Vorstellungen benötigt werden. Er verbindet Programmplanung, DCP-Informationen und technische Wiedergabeparameter in einer für den Vorführbetrieb unmittelbar nutzbaren Form. Anders als ein öffentliches Filmprogramm richtet sich der Laufplan nicht an das Publikum, sondern an die Personen, die eine Vorstellung technisch vorbereiten und durchführen. Er dient damit als praktische Schnittstelle zwischen Festivalorganisation, Disposition, DCP-/KDM-Management und Projektion. Ein Laufplan enthält typischerweise unter anderem:

  • Vorstellungszeit und Programmsektion
  • Filmtitel bzw. einzelne Beiträge innerhalb eines Kurzfilmprogramms
  • den zu verwendenden CPL-Namen (Composition Playlist)
  • den KDM-Status, also beispielsweise, ob ein verschlüsselter Film bereits freigeschaltet ist
  • einen technischen Prüfstatus
  • besondere Anmerkungen für die Vorführung
  • Tonformat bzw. Audiokonfiguration
  • Bildformat wie Flat oder Scope
  • Bildrate (FPS)
  • Laufzeit
  • Sprach- und Untertitelinformationen
  • gegebenenfalls den Typ des Untertitels, etwa Burn-in oder dynamische Untertitel. Besonders wichtig sind die vorführungsbezogenen Hinweise, die nicht allein aus einem DCP-Namen oder den Metadaten ersichtlich sind. Zum Beispiel wird etwa vermerkt, dass bei einem Film das Bild erst nach 15 Sekunden beginnt. oder auf wechselnde Bildformate und zeitweilige Schwarzbilder hingewiesen. Solche Informationen verhindern, dass erwartete Besonderheiten während der Vorstellung irrtümlich als Wiedergabefehler interpretiert werden. Der Status kann gleichzeitig als technische Kontrollinformation dienen. Beispielsweise werden Beiträge mit „OK“ beziehungsweise mit einem Warnsymbol gekennzeichnet. Eine allgemeine Anmerkung fordert dazu auf, entsprechend markierte Filme nach Möglichkeit vorab anzuspielen und insbesondere die Untertitel zu kontrollieren. Der CPL-Eintrag ist für die Vorführung besonders wichtig, weil ein Filmserver mehrere Fassungen desselben Films enthalten kann. Der Laufplan gibt deshalb idealerweise nicht nur den Filmtitel, sondern die tatsächlich zu verwendende Composition Playlist an. Dadurch kann zwischen unterschiedlichen Sprachfassungen, Untertitelversionen, OV/VF-Versionen oder anderen Fassungen eindeutig unterschieden werden. Auch die technischen Parameter Bildformat, Ton und Bildrate sind für den Vorführbetrieb relevant. Sie ermöglichen es, Projektor, Server, Tonsystem und gegebenenfalls Automationen auf die jeweilige Vorstellung vorzubereiten.Beispielsweise werden etwa 1,85 (Flat) und 2,39 (Scope) angegeben. Ein Laufplan kann außerdem mehrere Inhalte innerhalb einer einzigen Vorstellung enthalten. Dies ist besonders bei Kurzfilmprogrammen, Festivalblöcken, Trailern, Publikumsslides, Einspielern oder zusätzlichen Veranstaltungselementen wichtig. Die Reihenfolge dieser Elemente kann für die Vorführung ebenso entscheidend sein wie die technischen Eigenschaften der einzelnen CPLs. Da sich während eines Festivals häufig noch DCPs, KDMs, Fassungen oder technische Hinweise ändern, sollte ein Laufplan grundsätzlich versioniert werden. Die Versionsangabe erlaubt dem Vorführpersonal zu erkennen, ob es mit dem aktuellen Stand arbeitet. Kurzdefinition: Ein Laufplan ist das zentrale technische Arbeitsdokument für eine Kinovorführung. Er beschreibt, wann und in welcher Reihenfolge Inhalte gezeigt werden, welche DCP- bzw. CPL-Fassungen verwendet werden müssen und welche technischen oder organisatorischen Besonderheiten die Vorführer:innen beachten müssen.
Vorheriger Begriff
KDM
Key Delivery Message
Nächster Begriff
OV
Original Version